Ciclopirox

Was man über Pilzerkrankungen wissen sollte

Pilzerkrankungen sind heute leider sehr häufig! Dies liegt an der weltweiten Verbreitung von Pilzen sowie an deren zahlenmäßig häufigem Auftreten. Auch unsere Lebensumstände begünstigen das Entstehen von Pilzerkrankungen. Pilzerkrankungen der Hautoberfläche treten besonders häufig in Gegenden auf, in denen feuchte und warme Bedingungen herrschen.

Nicht alle Pilze besiedeln die Haut und zerstören sie dabei. Von ca. 100.000 Pilzarten sind es nur etwa 100, die Erkrankungen beim Menschen hervorrufen. In unseren Breiten werden 95% aller Pilzerkrankungen durch weniger als 12 verschiedene Pilze hervorgerufen. Die meisten Pilze sind somit nicht schädlich für den Menschen. Sie sind sogar ein wichtiger Faktor für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes und leisten zudem einen Beitrag zu unserer Ernährung. Pilze ermöglichen die Herstellung von Wein, Bier, Käse und Joghurt.

Die Erreger


Die Erreger von Nagelpilzerkrankungen können in drei Gruppen eingeteilt werden. Am bedeutendsten sind die Dermatophyten, sie lösen 80-85% der Pilzerkrankungen der Hautoberfläche aus. Mit Hilfe von bestimmten Enzymen dringen sie in die Hautoberfläche ein und ernähren sich dann von Bestandteilen der Haut. Hefen hingegen sind nur in 10-15% der Fälle Ursache für Pilzerkrankungen der Hautoberfläche. Sie lösen bevorzugt Pilzerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern aus. Am bekanntesten ist die Windeldermatitis bei Kleinkindern. Sie wird durch Hefen ausgelöst, die mit Urin und Kot aus dem Darm ausgeschieden werden. Auch Patienten mit Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel Diabetes mellitus, werden häufig von Pilzen befallen. Ebenso ältere Menschen, bei denen durch Hefen Pilzerkrankungen im Bereich der Hautfaltenregionen auftreten. Schimmelpilze treten mengenmäßig am häufigsten auf, lösen jedoch nur etwa 5% aller Pilzerkrankungen aus. Dies liegt daran, dass nur wenige Arten von Schimmelpilzen die Hautoberfläche durchdringen können. Wenn jedoch ein anderer Pilz in die Hautoberfläche eingedrungen ist, treten Schimmelpilze oft als sogenannte Zweitbesiedler auf.

Mögliche Betroffene

  1. Personen mit Fußpilz
    Onychomykosen (Nagelpilzerkrankungen) entwickeln sich nach heutigen Erkenntnissen sehr häufig aus einem Fußpilz heraus. Denn der Raum zwischen den Zehen wird besonders häufig von Pilzen besiedelt. Die Feuchtigkeit in den Zehenzwischenräumen macht es den Pilzen möglich, sich auf der Haut festzusetzen, in sie einzudringen und sie dabei zu zerstören. Wird die Infektion nicht wirksam behandelt, kann sie sich vom Zwischenzehenbereich bis zur Nagelspitze ausdehnen. Pilzerkrankungen der Nägel treten viermal häufiger an den Zehennägeln als an den Fingernägeln auf.
  2. Personen mit Diabetes mellitus und/oder Stoffwechselerkrankungen
    Bei Menschen, die an Diabetes mellitus oder an Stoffwechselerkrankungen leiden, ist die Blutversorgung der sogenannten peripheren Gebiete (Hände und Füße), Voraussetzung für eine intakte Immunabwehr, nicht mehr optimal. Pilze können schneller in den Nagel eindringen, als diese wachsen können.
  3. Ältere Personen
    Bei Säuglingen wachsen die Nägel besonders schnell. Die Geschwindigkeit des Nagelwachstums nimmt mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab. Bei Senioren wachsen die Nägel zum Teil kaum noch nach. Sind die Pilze in diesem Fall bereits ins Nagelbett unterhalb der Nagelplatte eingedrungen, zerstören sie die Nagelplatte
    bevor diese nachwachsen kann.

Förderlich für Nagelpilzerkrankungen

  • Der Nagel weist Verletzungen auf
    Das Nagelhäutchen überzieht die Nagelplatte und schließt diese nach außen hin ab. Lediglich in dem Bereich, in dem die Nägel wachsen und wo wir sie schneiden, befindet sich kein schützendes Nagelhäutchen, dass das Eindringen von Fremdkeime in den Nagel verhindert. Bei der Finger- und Fußpflege muss daher beachtet werden, dass das Nagelhäutchen auf keinen Fall beschädigt oder gar abgeschnitten wird.
  • Häufiges Tragen luftundurchlässiger Schuhe oder Kleidung
    Wie z.B. Sportschuhe, Gummistiefel, Skistiefel, Gummihandschuhe, synthetische Strümpfe oder Socken. Im feuchtkühlen Milieu vermehren sich Pilze optimal und können Haut und Nägel angreifen.
  • Enges, unbequemes Schuhwerk
    Durch zu enge oder zu kleine Schuhe wird der Nagel gestaucht. So wird die Schutzfunktion der Nagelplatte zerstört.

Der typische Verlauf


Eine typische Nagelpilzinfektion kann folgendermaßen ablaufen: eine Zwischenzehenmykose beginnt mit leichtem Juckreiz. Die Pilze dringen unterhalb der Nagelplatte, meist über den vorderen Nagelrand, in das Nagelbett ein. Die Nagelplatte verliert ihren Glanz und sieht stumpf aus. Der Nagel verfärbt sich Wochen später in verschiedenen Gelbtönen. Die Zeichen der Zerstörung werden an den Nagelrändern sichtbar. Die Zerstörungen breiten sich dann in Richtung Halbmond aus. Der Nagel verdickt sich und kann sich sogar von der Nagelplatte abheben. Schuhdruck und Druckschmerzen werden ungefiltert auf das Nagelbett übertragen.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann sogar die ganze Nagelplatte zerstört werden. Die Pilzinfektion ist sehr ansteckend. Sie kann auf benachbarte Hautareale und Nägel überspringen. Stellen Sie an Ihren Nägeln diese Veränderungen fest, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Nicht jede Nagelveränderung wird durch Pilze hervorgerufen, dies kann bei einem Arztbesuch geklärt werden.